"Ist IT Chefsache?" - Wie geht das Business-Management mit IT umGeschäftsprozesse
sind ohne massive Unterstützung durch Informationstechnologie längst
undenkbar, trotzdem wird IT immer noch gerne als Sache der Techniker
gesehen. Am 29. Mai 2008 fand im Kunsforum unsere 1.
Fachveranstaltung dieses Jahres statt, die sich mit diesem Themenbereich auseinandersetzte.
Dem
interessierten und fachkundigen Auditorium berichteten Wiens
Vizebürgermeisterin Grete Laska sowie Top-Manager aus der öffentlichen
Verwaltung, der Versicherungswirtschaft und dem Gesundheitswesen über
ihre praktischen Erfahrungen und Erfolgsgeheimnisse:
Dr. Gerhard Friedrich berichtete in seinem Einleitungsstatement über den Zugang, den act MC zu diesem Thema aus zahlreichen Beratungsprojekten gewonnen hat. Er zeigte auf, wie IT zum Lebensnerv jedes Unternehmens bzw. jeder Organisation geworden ist und welche typischen Probleme in diesem Zusammenhang auftreten. Die Reduktion der IT auf die Rolle als Dienstleister wird den heute gegebenen Anforderungen und Chancen nicht mehr gerecht. Für das Modell einer Partnerschaft beschrieb er ein dialogorientiertes Rollenmodell und Regeln für die Zusammenarbeit. Die Vortragsunterlagen gibt es hier zum Download.
Wiens Vizebürgermeisterin Grete Laska gab einen eindrucksvollen Überblick zum Einsatz der Informationstechnologie in ihrem Zuständigkeitsbereich als Stadträtin für Jugend, Bildung, Information und Sport. Internetangebote für Schüler, Lehrer und Eltern werden hervorragend angenommen, aber auch intern setzt man auf die Potenziale der IT. Die im Titel der Veranstaltung gestellte Frage beantwortete Grete Laska eindeutig: Ja, IT ist Chefsache!
MR Dr. Bettina Vogl-Lang ist im österreichischen Finanzministerium für die Zölle und Verbrauchssteuern aus fachlicher und organisatorischer Sicht verantwortlich. Der Zoll zeichnet sich durch einen hohen Grad der internationalen Vernetzung aus und sieht sich als Dienstleister der Wirtschaft und der Bürger. Die Wahlmöglichkeit der Wirtschaftstreibenden hinsichtlich des Landes, in dem Sie ihre Waren verzollen, hat zu einer besonders ausgeprägten Serviceorientierung dieses Bereiches der Verwaltung geführt, da letztlich die Zollverwaltungen der EU-Mitgliedsländern miteinander im Wettbewerb um Marktanteile stehen.
Die internationale Ausrichtung des Zolls wurde von Miroslaw F. Zielinski, dem Director Customs Policy der Europäischen Kommission bestätigt. Er informierte in seinem Referat über den Masterplan 2013 der europäischen Zollverwaltungen, an dessen Ende in allen Mitgliedsstaaten standardisierte und integrierte Prozesse und IT-Verfahren für alle Wirtschaftsteilnehmer innerhalb und außerhalb der EU stehen werden. Dieses ehrgeizige Programm kann nur durch eine enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit von Fachbereichen und IT erfolgreich realisiert werden.
Mag. Gebhard Falzberger, Betriebsdirektor des LKH-Uniklinikum Graz, einem der größten Spitäler Österreichs lenkte die Aufmersamkeit des Auditoriums auf die aktuellen Herausforderungen des Gesundheitswesens. Er formulierte seine Vision eines umfassenden Einsatzes der Informationstechnologie im Dienste der Patienten. Dafür muss die Technologie zum selbstverständlichen Bestandteil aller Abläufe werden, wie es z.B. die Bankomatkarte im Alltag geworden ist. Ein so gestalteter Technikeinsatz kann nur mit aktiver Beteiligung aller Berufsgruppen des Gesundheitswesens und insbesondere der Leitungsebene dieser Institutionen erreicht werden.
Mag. Robert Haider, Mitglied der erweiterten Konzernleitung der Vienna Insurance Group zeigte, wie die Vereinheitlichung der IT-Systeme als entscheidender Hebel zur Bewältigung der Komplexität des Konzerns dient. Die Wiener Städtische Versicherung ist mit insgesamt 45 Gesellschaften in 23 Ländern vertreten, hat mit 21 Sprachen und 20 Währungen zu tun (so der Stand zum Zeitpunkt des Vortrages).
Mag. Werner Kolarik konnte als Moderator dieser Veranstaltung in der Abschlussdiskussion nochmals die Thesen der Vortragenden einander gegenüberstellen und die rege Publikumsbeteiligung zeigte, dass es gelungen war, ein aktuelles und hochrelevantes Thema zu adressieren. Die abschließende Führung durch die Ausstellung "Monet - Kandinsky - Rothko und die Folgen - Wege der abstrakten Malerei" des Bank Austria Kunstforums und die angeregten Gespräche am Buffet rundeten einen interessanten Nachmittag ab.
Einen optischen Eindruck von dieser Veranstaltung bietet Ihnen die folgende Slideshow.
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