Geschäftsprozessoptimierung – Alter Hut, noch nie getragen!
Unsere nunmehr vierte Fachveranstaltung am 20. Oktober 2005 im MUMOK
widmete sich dem Thema Geschäftsprozessoptimierung. Mehr als 100
Teilnehmer bewiesen, dass dieses Thema – wie bereits mit dem Titel
zum Ausdruck gebracht wurde – Organisationen zwar schon seit
langem beschäftigt aber tatsächlich nichts an Aktualität und Relevanz
eingebüßt hat.
Wie bereits in der Vergangenheit ist es uns auch diesmal wieder
gelungen, namhafte Vortragende aus der Praxis zu gewinnen, um an den
von ihnen gemachten Erfahrungen zu partizipieren. Das detaillierte Programm finden Sie hier, einen optischen Eindruck von der Veranstaltung finden Sie in einer Slideshow am Ende dieses Berichtes..
In seinem Einführungsvortrag stellte Mag. Günther Klaura, der in der act MC für den Geschäftsbereich Organisation und Prozesse verantwortlich
ist, die unterschiedlichen Aspekte des Themas dar und spannte
damit den inhaltlichen Bogen für die nachfolgenden Berichte aus
verschiedenen Organisationen und Unternehmen. Er stellte
nachvollziehbar dar, dass die Optimierung von Geschäftsprozessen die
optimale Basis für eine Weiterentwicklung der Organisationsstruktur und
des Risikomanagements als auch die Grundlage für die
Applikationsentwicklung und die Vereinbarung von Service Levels sind.
Eine Studie zeigt, dass zumindest jedes dritte Unternehmen seine Kosten
dadurch nachhaltig um mehr als 10% reduzieren konnte.
So gaben Erich Mader, Leiter der Beitragsprüfungsabteilung bei der Tiroler Gebietskrankenkasse (Bild rechts) und Georg Fischelschweiger,
Applikationsleiter des Bundesministeriums für Finanzen, Beispiele für
GPO als Basis der Applikationsentwicklung und erörterten die ihrerseits
gemachten Erfahrungen.
Sie präsentierten das von act MC begleitete, preisgekrönte Projekt GPLA
(gemeinsame Prüfung lohnabhängiger Abgaben). Im Rahmen dieses Vorhabens
wurde dem Ziel, der Straffung der Verwaltung durch Vermeidung von
Doppelgleisigkeiten sowie weiters Erleichterungen für die einzelnen
Unternehmen herbeizuführen, voll und ganz Rechnung getragen. Damit
verbunden war nicht nur die Straffung gemeinsamer Richtlinien sondern,
vielmehr auch die Harmonisierung der Abläufe in den ausführenden
Organisationen samt Implementierung einer gemeinsamen
Datenbasis.
Die prozessorientierte Organisation als Basis für die Resourcenoptimierung illustrierte Mag. Rainer Pichler,
Corporate Process-, Project- & IT-Services bei der Austrian
Airlines Group, in seinem Bericht über ein Projekt, in dem die
Aufbauorganisation für IT-Services neu und stark prozessorientiert
ausgerichtet wurde. Die durchgeführte Reorganisation sollte die
Resourcenoptimierung im IT-Bereich gewährleisten. Dabei wurden im
ersten Schritt insbesondere die bisherigen Prozesse einer sehr genauen
Analyse unterzogen. Über die methodisch exakte Arbeitsweise hinaus war
in diesem Projekt die Kooperation der Teamleiter mit teilweise sehr
jungen Mitarbeitern sowie eine offene Kommunikation wesentliche
Gestaltungselemente und verantwortlich für den Projekterfolg. „Durch
die künftig klare Rollenzuordnung in den Prozessen ist es den
Mitarbeitern leichter, ihre Aufgaben effizient zu erbringen“, schloss
Mag. Pichler seinen Vortrag.
Nach der Pause folgte der Vortrag von Mag. Franz Ledermüller,
Generaldirektor der SVB, in welchem er die Herausforderungen der
geplanten Zusammenführung und Harmonisierung zweier
Sozialversicherungsträger - der SVA (gewerbliche Wirtschaft) und der
SVB (Bauern) - skizzierte, welche während der Konzeptionsphase
maßgeblich auch durch act MC begleitet wurde. Sowohl die veränderte
Erwerbswelt, das Zusammenwachsen der Berufsbilder als auch politische
Vereinbarungen waren die Ausgangslage für die Fusionsbestrebungen
zwischen den beiden Trägern. Detailliert beschrieb er den Ablauf,
gegliedert in Ausgangslage, die vorgegebenen bzw. im Vorfeld
erarbeiteten Ziele, die komplexe Projektorganisation sowie im
Speziellen die Ergebnisse für die Supportprozesse des neuen Trägers.
Mag. Ledermüller erklärte weiters, dass insbesondere die durchdachte
Projektorganisation, die umfassende Einbindung von Betroffenen in das
Projektteam sowie eine professionelle externe Begleitung äußerst
wichtige Faktoren zur erfolgreichen Erreichung der gesteckten Ziele
darstellen.
Die
erfolgreiche Integration der von der Zürich erworbenen Österreichischen
Winterthur Versicherung beschrieb schlussendlich Dr. Gerhard Matschnig,
Vorstandsmitglied der Zürich Versicherung Österreich. Zuerst ging er
auf die durch die Fusion zu erwartenden Synergien und Vorteile ein:
eine deutliche Steigerung der gemeinsamen Vertriebsstärke und die
Entwicklung attraktiver Produkte durch die Nutzung der jeweils
unterschiedlichen Stärken. Dr. Matschnig verdeutlichte die klaren
Vorgaben durch die Zürich Versicherung und erklärte weiters, durch
welche Maßnahmen die äußerst erfolgreiche Integration im Bereich
Vertrieb gelingen konnte. Er gab als Erfolgsrezept an, dass alle
betroffenen Mitarbeiter möglichst früh breit informiert wurden, und
dass die Regeln und der Zeitplan, nach welchen die Integration samt
Prozessharmonisierungen vollzogen werden sollten, sofort festgesetzt
sowie klar und unmissverständlich kommuniziert wurden.
Zum Abschluss folgte eine Podiumsdiskussion zum Thema, welche von Mag. Günter Bauer, Mitglied der Geschäftsleitung von act MC,
moderiert wurde und Gelegenheit für Fragen bot. Die Vielzahl der Fragen
unterstrich nochmals die Aktualität des Themas „Prozessoptimierung“,
welche den Alltag von Organisationen und Unternehmen auch in Zukunft
massiv prägen wird.
Die angeregte Diskussion wurde durch informelle Gespräche am Buffet
ergänzt und fand sein inspirierendes Ende in einer Führung durch die
aktuelle Ausstellung "Entdecken und Besitzen" des MUMOK .
Die Ausstellung ging über das traditionelle Konzept einer
Kunstschau hinaus indem es die unterschiedlichen Motive und
Herangehensweisen der Kunstsammler aufzeigte, die Sammleraktivitäten in
Österreich analysierte und die Wichtigkeit engagierter Sammler für den
Kunstbetrieb in Österreich betonte. Womit durchaus Parallelen zu den
Geschäftsprozessen in der Wirtschaft beobachtet werden konnten und die
eine oder andere Anregung mitgenommen wurde.
Lassen Sie die Veranstaltung Revue passieren mit einer Slideshow.
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