Prof. Karl Bruckner begrüßte als Gastgeber über 60 geladene Gäste und betonte in seinem Einleitungsstatement die Bedeutung eines abgestimmten Verständnisses der Aufgabenverteilung zwischen Management, Aufsichtsrat und Wirtschaftsprüfern. Vielfach bestehe allerdings auch eine irrige Auffassung über den Umfang der Prüfungsaufgaben, es sei daher wichtig, sich auch der Grenzen der Aussagekraft von Prüfungsergebnissen bewusst zu sein.
act MC-Partner Mag. Werner Kolarik gab aus seiner
Beratungserfahrung Empfehlungen zum
Vorgehen beim Aufbau und bei der Weiterentwicklung eines IKS. Die Sicherstellung
der Wirksamkeit eines internen Kontrollsystems stehe insbesondere seit der
Einführung des Unternehmensrechtsanderungsgesetzes (URÄG) im Mittelpunkt jeder erfolgreichen
IKS-Optimierung. Besonders betonte er, dass ein IKS ohne damit verbundenes
Risikomanagementsystem nur von beschränktem Wert sei. Seinen Vortrag
finden Sie hier. Auf unserer WebSite finden Sie auch mehr zum Thema IKS und zum Thema Risikomanagement.
Mag. Thomas Griessenberger ist der IKS-Verantwortliche der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse, die im Bereich der
Sozialversicherungen eine Vorreiterrolle beim Aufbau eines risikoorientierten IKS einnimmt. Er berichtete von seinen Erfahrungen beim
Aufbau des IKS in einem öffentlichen Dienstleistungsbetriebes. Sie finden seinen Vortrag zum Download hier.
Dr. Siegfried Sellitsch schloss die Reihe der Vorträge in der für ihn typischen prägnanten und humorvollen Art ab. Er hat als
Generaldirektor der Wiener Städtischen Versicherung deren
internationale Expansion vorangetrieben und in einer schwierigen Phase
den Vorsitz des Aufsichtsrates der BAWAG übernommen. Er berichtete
anhand von Beispielen aus seiner Praxis als Top-Manager über den
Stellenwert und die praktische Ausgestaltung eines Internen
Kontrollsystems.
Ein internes Kontrollsystem ist für Dr. Sellitsch schon
immer ein relevantes Thema gewesen, er erinnerte daran, dass die Pflichten des
Aufsichtsrates schon vor den aktuellen gesetzlichen Entwicklungen umfassende
Kontrollpflichten beinhalteten. Dr. Sellitsch bekannte sich als Fan der
klassischen Bilanzierungsregeln nach HGB und kritisierte eine Vermischung von
Investitionsrechnung und Bilanzierung durch die internationalen
Bilanzierungsregeln des IFRS scharf.. Der Begriff des Gläubigers bekomme
dadurch eine neue Bedeutung, dieser beschreibe nämlich jene Menschen, die
glauben, dass die Analysten und Rating-Agenturen recht haben. Überraschend,
aber letztlich überzeugend stellte er die These auf, dass das wohl beste IKS
Bernard Madoff gehabt haben müsse, denn so lange alle Geschäftspartner in
diesem Ausmaß erfolgreich zu täuschen, erfordere eine perfekte Kontrolle.
Mit seinem Eintreten für eine enge Verzahnung von IKS und Risikomanagement bestätigte Dr. Sellitsch die von Werner Kolarik aufgestellte These, dass ein IKS ohne damit verbundenes Risikomanagement nicht zu empfehlen sei.
Nach einer angeregten Diskussionsrunde klang die Veranstaltung mit informellen Gesprächen am Buffet aus.