Nachhaltige Leistungssteigerung - vom Aktionismus zum Dauerbrenner Am 5. Mai 2011 konnten wir mehr als 80 Gäste im Bank Austria Kunstforum zu unserer Fachveranstaltung begrüßen.
Mag. Günter Bauer, Partner der act Management Consulting, umriss in seinem Einleitungsreferat die vielfältigen Ausprägungen des Leistungsbegriffes im Bereich Wirtschaft, aber auch Sport, Wissenschaft, Kunst und Technik. Wichtig sei es, dass Leistungssteigerung mit dem Begriff der Nachhaltigkeit verbunden ist. In der Beratungspraxis der act MC drückt sich das in der Kombination von inhaltlicher Kompetenz mit Projekt- und Change-Management-Kompetenz aus. Die entscheidenden Einflussfaktoren zur Erreichung einer nachhaltigen Leistungssteigerung sind für act MC wirksame Steuerungssysteme, leistungsfähige Organisationsstrukturen und Geschäftsprozesse sowie last but not least der Wertbeitrag der IT. Signifikante Produktivitätsverbesserungen innerhalb der Geschäftsprozesse können nachhaltig nur im Zusammenspiel mit einer optimierten IT-Unterstützung erzielt werden. Den Vortrag von Günter Bauer können Sie hier herunterladen.
Dr. Günter Riegler, Leiter des Rechnungshofes der Stadt Graz, berichtete über die Zusammenführung der Grazer Verwaltung und der kommunalen Unternehmen zum „Haus Graz“. Auslöser dieser umfassenden Reform, die in dieser Ausprägung Pionier- und Vorbildcharakter beanspruchen kann, war die Analyse der Ausgangssituation mit den Mitteln des modernen Rechnungswesens. Entflechtung, Beseitigung von Doppelgleisigkeiten und professionelles Controlling waren stets mit der Prämisse verbunden, dass die Stadt als politische Ebene die Gesamtverantwortung und Steuerung nicht nur behalten, sondern sogar noch verstärken müsse. Ergebnis war ein 4-Säulen-Modell, das gleichartige Leistungen bündelt und an Best Practices ausrichtet.
KR Dr. Paulus Stuller konnte als Vizepräsident der Wiener Wirtschaftskammer ein eindrucksvolles Bild von der Entwicklung der Kammer zu einer modernen Dienstleistungsorganisation zeichnen. Ausgehend von der Vorgabe, die Kammerbeiträge um 30 % zu senken, wurden historisch gewachsene Strukturen überwunden und die Kammerorganisation an den Bedürfnissen der Mitglieder ausgerichtet. Aus der früheren Arbeitgeberorganisation wurde angesichts der rasanten Steigerung der Ein-Personen-Unternehmen auch eine Service- und Coaching-Organisation für Einzelpersonen. Die Zunahme von Unternehmensgründungen durch Personen mit Migrationshintergrund erforderte ebenfalls neue Dienstleistungen. Nach wie vor ist die Wirtschaftskammer eine Interessensvertretung, aber dies ist heute nur noch ein Teilaspekt ihres Wirkens.
Mag. Monika Kircher-Kohl konnte als Vorstandsvorsitzende der Infineon Austria AG zunächst mit den Besonderheiten der Halbleiterindustrie überraschen und Optimismus verbreiten. Dieser Industriezweig reagiert nämlich früher als andere auf Krisen, aber auch auf einen Wirtschaftsaufschwung. Dass Infineon derzeit mit Lieferschwierigkeiten kämpft, signalisiert daher einen weiter anhaltenden Wirtschaftsaufschwung außerordentlicher Größenordnung. Infineon hat auf dem Weg zur Hochleistungsorganisation vor allem auf ein umfassendes Innovationsmanagement und den Aufbau einer Innovationskultur gesetzt. Von den insgesamt ca. 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind ca. 900 in Forschung & Entwicklung, ca. 200 in Headquarter-Funktionen und ca. 300 in Prozessentwicklung und Product Engineering tätig.
Mag. Sonja Wehsely hat als Wiener Stadträtin für Gesundheit und Soziales kürzlich ein weitreichendes Reformkonzept für die Wiener Spitäler vorgelegt, mit dessen Umsetzung bereits begonnen wurde. Die überalterten Gebäude, die meisten Wiener Spitäler sind vor über 100 Jahren gebaut worden, erfordert Investitionen aber auch Standortschließungen. Sie betonte, dass Ineffizienz öffentlicher Einrichtungen letztlich
asozial ist, da gerade weniger Begüterte auf die Qualität des
öffentlichen Gesundheitswesens angewiesen sind. Daher muss die
Leistungsfähigkeit des öffentlichen Gesundheitswesens in Wien
langfristig abgesichert werden. Kostensenkung und Effizienzsteigerung müssen gerade unter diesen Gesichtspunkten selbstverständlicher Teil der Unternehmenskultur sein. Das Reformkonzept bringt das mit so prägnanten Formulierungen wie z.B. "Mehr Qualität. Weniger Häuser.", "Mehr Investitionen. Weniger Betriebskosten.", "Mehr Eigenständigkeit. Weniger Bürokratie.", "Mehr MitarbeiterInnenzufriedenheit. Weniger Egoismus." und "Mehr Angebot. Weniger Überkapazität." auf den Punkt.
Mag. Helmut Miksits berichtete als Vorstand der Wiener Stadtwerke Holding nicht nur von den bevorstehenden revolutionären Veränderungen durch technische Innovationen wie Smart Grid und Smart Metering, sondern konnte die Entwicklungsdynamik dieses großen kommunalen Unternehmens eindrucksvoll darstellen. Nachhaltigkeit gehört in der Energiebranche schon lange zu den Kernwerten, so dass Nachhaltigkeit auch bei organisatorischen Maßnahmen selbstverständliches Kriterium ist. Diese Ausrichtung gilt auch für die Verkehrsbetriebe, denn gerade Mobilität steht vor der Herausforderung, Ressourcen zu schonen und der nächsten Generationen keine Hypotheken zu hinterlassen. Aber auch kurzfristig sorgen die Wiener Stadtwerke für positive Impulse in der Region. Jeder investierte Euro löst eine zusätzliche Wertschöpfung von 1,20 EUR aus. Und über Multiplikatoreffekte schafft jeder Arbeitsplatz innerhalb des Konzerns drei zusätzliche Arbeitsplätze in der Region.
Die Abschlussdiskussion wurde von Mag. Werner Kolarik, Partner der act Management Consulting moderiert. Seine Frage, ob die Verbindung des Kriteriums Nachhaltigkeit mit Maßnahmen zur Leistungssteigerung ein tragfähiges Konzept sei, wurde von allen Diskussionsteilnehmern einhellig bejaht. Mehr noch wurde diese Kombination als letztlich zwingend für den Erfolg von Unternehmen und Organisationen gesehen.
Die anschließende Führung durch die aktuelle Ausstellung des Bank Austria Kunstforums bildete einen passenden Abschluss dieser Veranstaltung. Bilder, die außerhalb Russlands und der Ukraine noch nie gezeigt wurden, brachten den Teilnehmern den als Maler des Meeres in seiner Heimat berühmten Maler Iwan Aiwasowski nahe. Informelle Gespräche am Buffet rundeten das Programm ab.
Lassen Sie die Veranstaltung mit einer Slideshow Revue passieren.
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