Performance Management zwischen CFO und CxO
Am 6. November 2008 konnten wir im MUMOK Gäste aus verschiedenen Branchen zu unserer Fachveranstaltung "Performance Management zwischen CFO und CxO - Wer steuert das Unternehmen wirklich?" begrüßen. Dieses schon vor längerer Zeit fixierte Thema hatte durch die aktuelle Entwicklung der Finanzmärkte höchste Aktualiität gewonnen, was sich auch in der großen Teilnehmerzahl ausdrückte. In seinem Einleitungsvortrag gab Mag. Werner Kolarik, Mitglied der Geschäftsleitung der act MC, einen historischen und fachlichen Überblick zur Entwicklung des Performance Management. Er unterschied konventionelle Ansätze (Indikatorenkataloge und -systeme), technologiegetriebene Ansätze (aktuell primär unter dem Titel Business Intelligence) und konzeptive Ansätze (z.B. BSC, Value Based Management u.a.). Als grundlegend für alle Ansätze sah er die Abdeckung von 5 Ebenen, nämlich Strategie, Finanzen, Organisation/Prozesse, Mitarbeiter und Informationstechnologie. Der CFO rückt damit zunehmend in das Zentrum eines ganzheitlichen unternehmerischen Performance Managements. Den Vortrag gibt es als Download hier.
Den Wandel der Finanzfunktion in Unternehmen beschrieb Dr. Werner Lanthaler als CFO der Intercell AG aus der Sicht eines Pionierunternehmens mit internationaler Ausrichtung. Das alte Paradigma der Kennzahlenorientierung wird durch Performanceorientierung abgelöst, Kosten- durch Benchmarkorientierung, lokales Netzwerkmanagement durch globale Investor Relations und Reporting/Controlling durch Education/Guidance. Die Finanzfunktion ist integrierter Teil der Managementprozesse und ist zentral im Strategieprozess verankert. Internationale Standards sind kritisch und unverzichtbar. Da es aber trotzdem nicht nur Erfolge geben kann, forderte Werner Lanthaler nicht nur die Rationalität in der Finanzfunktion ein, sondern ergänzte dies durch eine Anforderung an die soziale Kompetenz des CFO: "Rückschläge ohne moralische Attitüde managen". Das ist eine notwendige Voraussetzung für das Nutzen von unternehmerischen Chancen.
Heribert Smolé berichtete als CFO eines börsenotierten Unternehmens aus seiner umfassenden Erfahrung in der Immobilienwirtschaft. Sehr praxisnahe beschrieb er, wie die UBM AG mit den aktuellen
Herausforderungen der Finanzkrise umgeht. Durch sorgfältige Prüfung von Projekten und eine technische, wirtschaftliche und rechtliche Due Diligence bereits im Vorfeld sowie eine klar strukturierte Ablauforganisation mit mehreren Kontroll-Stufen wird der Negativentwicklung des Branchenumfeldes rasch entgegen gesteuert. Wesentlich trägt dazu bei, dass alle Vorstände des Unternehmens die Branche genau kennen. Dass Liquidität bei UBM als höchste Prämisse im Tagesgeschäft sieht, brachte Herr Smolé mit dem markanten Slogan: "Profit is an opionion - Cash is a fact" auf den Punkt.
Als CEO der B&C Holding GbmH ergänzte Dr. Winfried Braumann die bereits dargestellten Aspekte des Performance Managements und rundete so das Bild ab. Er verglich eine Holding mit einer Reederei, die einen guten Kapitän und Leute mit Überblick, eine gute Mannschaft und aktuelle Informationen benötigt, um die Schiffe auf Kurs zu halten. Als Kernstück des Performance Managements sieht er den Aufsichtsrat, der sich auf Zielvorgaben, Strategie, Wettbewerb, Innovation sowie finanzielle Anreizsysteme und die Managemententwicklung konzentrieren muss. Die operative Umsetzung des Performance Management hat vor allem fachliche Erfolgsfaktoren. Besonders betonte er, dass ein wirkungsvolles Performance Management auch die Grundsätze der Corporate Governance berücksichtigen muss.

Als CFO und CIO der Baumax AG berichtete Mag. Werner Neuwirth-Riedl zum
Abschluss von der operativen Umsetzung des Performance Management aus
seiner persönlichen Erfahrung. Er betonte in seinem
Vortrag besonders die umfassende soziale Verantwortung von Unternehmen,
die sich auch im Performance Management niederschlagen muss. Als einen
der entscheidenden Erfolgsfaktoren wertete er eine einheitliche Sprache
über steuerungsrelevante Größen im Unternehmen. Übersichtliche
Scorecards mit wenigen Kennzahlen sind unerlässlich, aber weniger ist
auch hier mehr. Als Investitionsschwerpunkte seines Unternehmens in diesem Bereich nannte er Planung/Mehrjahresplanung, Reporting/Analyse, Risk Management und Data Mining.
Den fachlichen Abschluss bildete eine intensive Diskussion über die Konsequenzen der aktuellen Finanzkrise auf das unternehmensinterne Performance-Management.
Der künstlerische Abschluss war eine Sonderführung durch die aktuelle Ausstellung des MUMOK von Peter Kogler, der insbesondere mit seinen Videoinstallationen einen bleibenden Eindruck bei allen Teilnehmern hinterließ. Ein informeller Ausklang am Buffet runde schließlich das Programm ab. Lassen Sie die Veranstaltung Revue passieren mit einer Slideshow.
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